Die inneren Antreiber - wieder einmal "grundlos" überreagiert?

Gut ist noch lange nicht gut genug?

Innere Antreiber, Stressauslöser, Kindheitsmuster
die Dynamik unserer inneren Antreiber - das richtige Maß entscheidet über gesund und ungesund

Ein Artikel über erlernte Verhaltensweisen und wann sie uns gut und weniger gut tun.

Kennst Du das? Du landest in einer stressigen Situation und Dein Bauch hat "einfach so" das Steuer übernommen und für eine, sagen wir mal überschwängliche Reaktion gesorgt? Irgendwie konnte Dein vernünftiger Kopf gar nicht mehr einschreiten und im Nachhinein wusstest Du: ich habe definitiv überreagiert, die Situation zu schwarz gesehen oder mich ohne wirklichen Grund angegriffen gefühlt.

 

Was sich hinter Deiner hitzigen oder unangemessenen Reaktion verbergen kann, sind Deine inneren Antreiber:

gelernte und oft anerzogene Verhaltensweisen, die Dich oft seit Deiner frühen Kindheit begleiten. Dabei müssen diese Reaktionsmuster nicht immer durch unsere Eltern antrainiert worden sein; wir können durch jede für uns wichtige Bezugsperson (Verwandte, Erzieher, Lehrer...) ein bestimmtes Verhaltensmuster verinnerlicht haben.

Die Wünsche und Erwartungen an uns als Kind, ausgesprochen oder unausgesprochen, prägen uns sehr häufig bis ins Erwachsenenalter.

 

Es geht bei diesem Modell der inneren Antreiber um ein "Aktion-Reaktion-Modell", darum, was uns zum Handeln anleitet. Natürlich stehen ganz grundsätzliche Bedürfnisse wie Hunger, Durst, der Bedarf nach Wärme und Geborgenheit ganz oben auf der Liste. Das Stillen dieser Bedürfnisse sichert unser Überleben und gesundes Wachsen.

Und es gibt weitere Gründe zu handeln: der Wunsch nach Anerkennung, nach Belohnung, die Verwirklichung eines Traumes, das Erreichen von beruflichen Zielen oder einfach liebgewonnene Gewohnheiten uvm.

 

Hier sind sie also, unsere 5 inneren Antreiber und die damit verbundenen Botschaften:

 

1. SEI STARK!

Ich komme alleine zurecht. Ich bin aufs Schlimmste gefasst. Wie es drinnen aussieht, geht keinen was an. Mich erschüttert nichts so leicht. Beiß die Zähne zusammen! Zeig keine Gefühle! Bewahre immer Haltung!

 

2. SEI PERFEKT!

Wenn ich eine Arbeit mache, dann gründlich und fehlerfrei. Ich mag keine Schlamperei. Ich finde immer noch etwas zum Verbessern. Mach bloß keine Fehler! Ich bin noch nicht gut genug! Ich muss noch besser werden!

 

3. MACH ES ALLEN RECHT!

Es fällt mir schwer, Nein zu sagen. Akzeptiert zu werden ist wichtiger als Interessen durchzusetzen. Positive Rückmeldungen sind sehr wichtig. Sei liebenswürdig! Bloß kein Streit! Sei freundlich zu allen! Sei gefällig!

 

4. BEEIL DICH!

Ich bin ständig in Bewegung und dauernd beschäftigt. Ich mache gern mehrere Dinge gleichzeitig. Ich fühle mich als Motor, der Dinge voranbringt. Mach schnell! Sei immer auf Trab! Ich darf keine Zeit verschwenden!

 

5. STRENG DICH AN!

Wer nie aufgibt, erreicht alles. Erfolge muss man sich hart erarbeiten. Nur Schweres ist wertvoll. Mühe dich bis zum Letzten! Reiß dich zusammen! Ich muss es schaffen! Ich schaffe es auch ohne fremde Hilfe! Ohne Fleiß kein Preis.

 

Ganz klar: diese Antreiber sind nicht grundsätzlich negativ für uns. Ganz im Gegenteil: ihre positiven Eigenschaften haben uns zu dem gemacht, was wir sind; uns dorthin gebracht, wo wir heute als Erwachsene stehen.

Stärke, Durchhaltevermögen, Geduld und Ausdauer, Freundlichkeit und Toleranz, Gründlichkeit und Fleiß sind durchaus tragende Charakterzüge, immer wieder notwendig, um ein Stück unseres Weges weiterzugehen.

 

Wenn diese Botschaften allerdings überhand nehmen, unser Leben diktieren und sie uns überfordern in ihrem totalen Anspruch an uns und unser Tun, dann sollten wir genauer hinsehen. Denn so unterstützen sie uns nicht, sondern stressen uns und unser Miteinander.

 

Ist es überhaupt noch machbar, immer alles zu schaffen in immer weniger Zeit?

Warum fühlt es sich so anstrengend und hart an, weiterzukommen in meinem Leben?

Warum habe ich das Gefühl, ich habe es nicht verdient, "einfach nur so" glücklich zu sein?

Wieso habe ich ein schlechtes Gewissen, wenn ich mal nicht 120 Prozent gebe?

Wieso fällt es mir so schwer, einmal "alle Fünfe gerade" sein zu lassen?

Wieso kann ich so schlecht um Hilfe bitten oder die Hilfe meiner Mitmenschen annehmen?

Wieso zeige ich nicht meine wahren Gefühle?

...

 

Was kannst Du tun? 

 

Das Gute ist: alles ist veränderbar! Auch diese tiefsitzenden Überzeugungen und Glaubenssätze lassen sich mildern oder sogar gänzlich aufheben.

Um also den Antreibern etwas Wind aus den Segeln zu nehmen, kannst Du als allererstes den Test machen (PDF am Ende dieses Artikels). Er wird Dir helfen, zu erkennen, welcher der 5 Antreiber Dein "Steckenpferd" ist. Vielleicht sind auch mehrere gleich stark ausgeprägt.

 

Du kannst so mehr über Deinen Antreiber erfahren, verstehst vielleicht mehr die Zusammenhänge zwischen stressigen Auslösern und Deinem Handeln.

 

Und natürlich darfst Du für Dich sorgen! Für etwas mehr Entspannung, für mehr Gelassenheit, für freiere Gefühle und Gedanken!

Formuliere positive, einfache Sätze und baue in Dein Autogenes Training, Deine Meditation, Deinen Bodyscan usw. ein.

Sage sie Dir Deine Affirmation über 6-8 Wochen. Dein Unterbewusstsein nimmt die neuen Inhalte am Besten im entspannten Zustand auf und braucht etwas Zeit, um die Sätze zu integrieren.

 

Welche Art von positiven Formelsätzen ich meine? Zum Beispiel diese:

 

Wenn ich Gefühle zeige, bin ich stark.

Ich darf offen sein und mich zeigen.

Ich bin wertvoll und liebenswert.

Ich darf auch Fehler machen.

Ich bin gut genug.

Ich darf auch Nein sagen.

Ich bin mir selbst wichtig.

Ich respektiere meine Wünsche und Bedürfnisse.

Ich nehme mir die Zeit, die ich brauche.

Ich darf mich entspannen.

Ich genieße meine Fortschritte.

 

Du darfst gern eigene Sätze bilden, denn je mehr sie zu Dir passen, desto motivierender und erfolgreicher werden sie für Dich wirken.

Denke daran: formuliere prägnant und positiv, so kurz und klar wie möglich. So versteht Dein Unterbewusstsein sie am Besten.

 

Den Test der inneren Antreiber vermittle ich in jedem meiner Kurse "Autogenes Training". Er ist für mich ein wunderbares Werkzeug, einmal hinter die Fassade zu schauen und uns selbstkritisch zu hinterfragen.

 

Ich wünsche Dir viel Erfolg, viele entspannende Einsichten und Veränderungen auf Deinem Weg hin zu mehr Gelassenheit!

 

Alles Liebe,

 

Norma

 

 

Test und weitere Inhalte mit freundlicher Genehmigung des Seminarhaus SCHMIEDE
Günter W. Remmert M.A., Römerstr. 5, D-54298 Welschbillig (Nähe Trier/Luxemburg)
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Wie für jeden Gesundheitstipp gilt auch hier: gibt es eine bestimmte Situation oder Zeit in Deiner Woche, Deinem Alltag, die sich für Dich gut eignet, um Dich regelmäßig um Dich zu kümmern?

Kannst Du Dir eine Wohlfühlzeit einrichten, in der Du für Dich sorgst und Dein Wohlbefinden unterstützt?

Ja? Wunderbar! Dann speichere doch am Besten gleich einen festen Termin in Deinen Kalender und genieße Deine Zeit!

Und hier geht's direkt zum Test:

Download
Test "Wer sind meine inneren Antreiber?"
Innere Antreiber als Handlungsmotivation - das Maß entscheidet über gesund und ungesund.
Test Innere Antreiber.pdf
Adobe Acrobat Dokument 93.4 KB
Download
Weitere Erklärungen zu den inneren Antreibern
Was bedeuten die einzelnen inneren Antreiber für mich? Wie kann ich ihnen den Wind aus den Segeln nehmen?
Innere Antreiber Informationen.pdf
Adobe Acrobat Dokument 335.9 KB

Die Höhe Deiner Punkte bei den jeweiligen Antreibern gibt Dir ein klareres Bild über den Einfluss auf Deine Handlungsweisen:

 

Auswertung:
bis 30 Punkte: förderlich
ab 30 Punkte: mögliche Leistungsbeeinträchtigung
ab 40 Punkte: möglicherweise gesundheitsgefährdend



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