Wie entspannst Du Dich eigentlich?

Fragen aus der Praxis #1: Wie entspannst Du Dich eigentlich selbst?

Naturheilpraxis Norma Bendt - Dein Blog für Gesundheit & Wohlbefinden, Entspannungstipps für Deinen Alltag
Die Natur genießen und frische Luft atmen - entspannen und neue Kraft tanken

In einem meiner letzten Kurse Autogenes Training kam am Ende die Frage eines Teilnehmers: Ja und wie oft benutzt Du selbst das Autogene Training? Wie lange übst Du durchschnittlich? Und in welchen Situationen wendest Du es an? Diese Frage nutze ich doch gleich für eine neue Kategorie meines Blogs: unter dem Motto "Fragen aus der Praxis" möchte ich Euch teilhaben lassen an unseren Gesprächen, Ideen und unserem Austausch - auch wenn Ihr nicht persönlich vorbeischauen könnt!

Auch wenn ich in meiner Praxis viel mit Entspannungsverfahren arbeite, bin natürlich auch ich nicht ständig tiefenentspannt und gelassen. Wohl schon gelassener als andere Menschen, aber ich finde mich natürlich oft genug wieder in Situationen, die mich stressen oder meine Geduld strapazieren.

Ob das ganz alltägliche Erlebnisse sind wie ein zu naher Kontakt zu Fremden (z.B. in der Bahn oder beim Einkaufen - kennt Ihr das, wenn sich der Einkaufswagen von hinten auf einmal in Euren Rücken oder die Füße schiebt...? DAS ist auf jeden Fall Stress pur für mich) oder dass ich es eilig habe und für mein Empfinden nicht schnell genug voran komme.

Oder meine Projektliste wird länger und länger und ich komme nicht zum Weiter-daran-Arbeiten. Oder meine kleine Tochter fordert meine Aufmerksamkeit und eigentlich wollte ich doch gerade etwas ganz anderes machen.

 

Wie auch immer: es gibt also immer Ereignisse, die uns stressen können. Und Du weißt: jeder von uns bewertet diese eine Stress-Situation unterschiedlich. Mehr dazu erfährst Du in meinem Artikel über Stress und was er genau mit uns macht.

 

Wie entspanne ich mich also im Alltag?

 

Autogenes Training

Natürlich nutze ich die Übungen des Autogenen Trainings. Selten wende ich alle 6 Grundübungen am Stück an. Vielmehr reicht mir für einen kurzen Moment des Innehaltens schon die Ruheformel "Ich bin vollkommen ruhig und gelassen". Schon weiß mein Nervensystem, dass es nicht hochfahren muss, sondern sich entspannen darf und auch die Muskeln wieder lockerer werden dürfen.

 

Wenn ich einen Kurs Autogenes Training gebe, umfasst dieser 8 Termine (jeweils 1x pro Woche). In dieser Zeit entspanne ich mich beim Vorsagen der Entspannungstexte einfach schon so gut mit, dass ich das Autogene Training zu Hause meist gar nicht mehr brauche. So bleibe ich gut in der Übung.

 

Craniosacrale Therapie

Ich gebe in meiner Praxis vor allem craniosacrale Behandlungen. Dabei entspanne ich selbst unterschiedlich lange und tief. Während mein Gegenüber liegt und ganz in der Behandlung ankommt, stimme ich mich ein auf die kommende Sitzung.

Ich atme tief ein und aus und versetze mich in einen neutralen Zustand, der es mir ermöglicht, offen und achtsam zu sein. So kann ich alle Zeichen, Bewegungen und Regionen des Körpers erspüren, die sich regulieren möchten. In der craniosacralen Arbeit ist kein Raum für meine persönlichen Gedanken oder gar Erledigungen, die noch zu tun sind. Hier gehe ich in ein offenes Feld der Wahrnehmung und verbinde mich mit meinem Gegenüber. Nur so kann ich meine Arbeit gut machen.

Ein wirklich schöner Nebeneffekt ist, dass ich selbst dabei sehr ruhig und entspannt bin. Und so sind die Behandlungen auch für mich angenehm. Mein Kopf wird klar und frei. 

Das, was mich betrifft und noch getan werden muss, meldet sich schon von ganz allein, wenn ich die Praxistür hinter mir schließe.

 

Und selbstverständlich lasse auch ich mich regelmäßig von einer Kollegin behandeln. Einmal pro Monat gönne ich mir selbst eine Sitzung, so dass auch mein System sich regulieren darf. Anspannungen lösen sich und auch meine Gedanken kommen zur Ruhe und ordnen sich neu.

 

Raus in die Natur

Mein Ziel ist, dass ich mich täglich mindestens eine Stunde in der Natur aufhalte. Je nachdem, wie es zeitlich passt, wird es dann entweder ein Park in der Stadt oder - mit mehr Zeit - ein Ausflug in den Wald, auf die Wiesen und Felder der Hamburger Umgebung oder sogar ans Meer. Manchmal lande ich auch einfach auf dem Spielplatz um die Ecke oder nutze das Rad für den Weg in die Praxis und zurück.

Frische Luft und möglichst viel Grün sind für mich sehr wichtig. Draußen erhole ich mich am Besten und tanke neue Kraft. Und  Bewegung tut einfach immer gut.

 

Den Blick für die kleinen Dinge schulen

Wie häufig rennen wir durch unsere Tage, immer auf dem Sprung von einem Ort zum anderen. Was uns dabei oft verloren geht, sind die kleinen Dinge am Wegesrand, die uns Freude bereiten, wenn wir sie nur wahrnehmen.

Die ersten Knospen an den Bäumen im Frühjahr, ein Schmetterling, der unseren Weg kreuzt oder ein lachendes Kind - es gibt so viele kleine Dinge, die uns fröhlich machen.

Bleib einfach einmal stehen und lass die Hektik ohne Dich weiter laufen. Weiterrennen kannst Du schnell genug wieder.

 

Lesen für die Sinne

Es gibt so viele wunderbare Artikel, Zeitschriften, Bücher, die mich abtauchen lassen in eine andere Welt. Das gute alte Lesen ist so eine bereichernde Erfahrung . Es holt mich gut und einfach aus meinem alltäglichen Hamsterrad. Und wenn Du keine Lust hast, selbst zu lesen, dann nutze einfach eines der vielen Hörbücher und lass Dir Geschichten vorlesen.

 

Ein schönes Essen genießen

Auch das empfinde ich als sehr entspannend: gutes Essen genießen zu können. Mit viel Zeit die Gerüche und den Geschmack wahrzunehmen und mich darüber zu freuen, wie gut es mir und meiner Familie geht. Unser Körper braucht Ruhe und Zeit, um unser Essen gut aufzunehmen und zu verdauen. Eigentlich selbstverständlich und irgendwie auch wieder nicht in Zeiten des "To-Go".

 

Atmen, Atmen, Atmen

Bewusst tief durchzuatmen ist so einfach wie schwer: im Stressmodus fangen wir an, schneller und flacher zu atmen. Wenn wir also bewusst innehalten und unsere Atemluft immer wieder bis tief in unseren Bauch leiten, werden wir ganz automatisch gelassener und ruhiger. Wenn ich das Gefühl habe, hektisch zu werden, nehme ich mir bewusst Zeit, einige tiefe Atemzüge zu machen. Es funktioniert so gut. Nur das Daran-Denken kann uns niemand abnehmen. Und das ist die kleine Hürde bei diesem Entspannungstipp. Probiere es einfach aus.

 

 

Das ist sie also, meine Art zu entspannen und wieder anzukommen im Hier und Jetzt. Die Liste ließe sich noch weiter führen, doch im Grunde sind es diese Dinge, die ich immer wieder versuche, in meinem Alltag umzusetzen.

 

Was sind Deine Tipps, Rituale, Übungen, die Dir zu mehr Gelassenheit verhelfen? Poste sie gern als Kommentar, dann gibt es hier bald viel Inspiration für uns alle :-)

 

Ich wünsche Dir immer genug Auszeiten mit guter Erholung in Deinem Alltag!

Alles Liebe,

 

Norma

Wie für jeden Gesundheitstipp gilt auch hier: gibt es eine bestimmte Situation oder Zeit in Deiner Woche, Deinem Alltag, die sich für Dich gut eignet, um Dich regelmäßig um Dich zu kümmern?

Kannst Du Dir eine Wohlfühlzeit einrichten, in der Du für Dich sorgst und Dein Wohlbefinden unterstützt?

Ja? Wunderbar! Dann speichere doch am Besten gleich einen festen Termin in Deinen Kalender und genieße Deine Zeit!



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Kommentare: 4
  • #1

    HST (Samstag, 26 November 2016 21:10)

    Liebe Norma,

    herzlichen Glückwunsch zu Deinem Blog und vielen Dank für diese Plattform. Viele Deiner Gedanken teile ich und deine Anregungen kann ich gut im Alltag anwenden. Optimal wäre ein täglicher Spaziergang am Meer mit Wind, Sonne und Wellen - leider viel zu wenig erreichbar. Aber auch die Gedanken an einen solchen Spaziergang gibt Kraft für neue Aufgaben. Ich vergesse aber alles um mich herum und empfinde dadurch Entspannung, wenn ich intensiv spielende Kinder, Babys im Kinderwagen - schlafend oder mit großen Augen Ihre Welt erkundend, eine Familie, in der die Kinder und die Eltern eng miteinander durch ihre Sprache insbesondere aber auch durch ihre Blicke und Körpersprache miteinander kommunizieren, oder andere Menschen oder Paare beobachten darf. Leider sind die rastlosen, keine Zeit habenden und oft grimmig ausschauenden Senioren mit ihren Rollis in der Überzahl.

  • #2

    Norma (Donnerstag, 01 Dezember 2016 22:14)

    Hallo HST,

    Danke für Deinen wertvollen und inspirierenden Kommentar!
    Ja, dass Du versinken kannst in der Beobachtung von sicher gebundenen Familien, kann ich gut nachempfinden.

    Und Deine Idee eines imaginären Strandspaziergangs ist wunderbar!
    Die Kraft unserer Gedanken ist so groß und wir können so viel Positives und Heilsames aus ihnen schöpfen. Das gesamte Autogene Training basiert ja auch genau auf diesem Prinzip. Wahrscheinlich kennen viele Menschen die angenehme Wirkung auch durch Fantasiereisen, die uns schnell und einfach an einen anderen und kraftspendenden Ort bringen.

    Danke nochmals & herzliche Grüße,
    Norma

  • #3

    Andrea Bruchwitz (Donnerstag, 20 April 2017 12:16)

    "Die ersten Knospen an den Bäumen im Frühjahr, ein Schmetterling, der unseren Weg kreuzt oder ein lachendes Kind - es gibt so viele kleine Dinge, die uns fröhlich machen."

    Das hast du SO schön formuliert, toller Artikel :)

    Liebe Grüße,
    Andrea
    mindful-mag.com

  • #4

    Norma (Freitag, 21 April 2017 15:48)

    Liebe Andrea,

    hab ganz lieben Dank für Deinen wertschätzenden Kommentar!
    Es freut mich so sehr, wenn die Worte aus meinem Herzen auch auf dem Papier / in meinem Blog ihren Ausdruck finden und dies bei Dir, als geschätzte Leserin, ankommt.

    DANKE und auch für Deine schöne und so wertvolle Seite! Werde mich gleich mal weiter bei Dir umschauen und ein bisschen stöbern ;-)

    Alles Liebe,
    Norma