Wie Dein Körper Spannung loslässt und Du Dich entspannter fühlst

10 Zeichen, an denen Du Deine Entspannung erkennst

10 Entspannungszeichen im Körper. Wie erkenne ich Entspannung? Was passiert, wenn mein Körper sich entspannt?
Ruhe, Stille, Sicherheit - sie dienen Deiner Entspannung und Deinem Wohlbefinden

Immer wieder tauchen sie auch in meiner Praxisarbeit auf: die Entspannungszeichen, die unser Körper auslöst, sobald die Muskulatur loslässt und Anspannungen den Körper verlassen. Manchmal ist es meinem Gegenüber unangenehm, wenn der Bauch auf einmal laut grummelt oder plötzlich ein lautes Schnarchen hörbar wird. Mit diesem Artikel möchte ich Euch zehn typische Zeichen erklären, die auf Eure körperliche und seelische Entspannung hindeuten. So freut Ihr Euch beim nächsten Mal vielleicht sogar über den Schnarcher oder Euer starkes Zucken!

Gerade in meinen Kursen Autogenes Training ist es Teilnehmern immer wieder etwas peinlich, wenn sie während der ruhigen Entspannungssession "auffallen". Vielleicht durch das laute Bauchgeräusch und Glucksen, vielleicht durch ein starkes Zucken, das auch den Nachbarn wieder aus der Entspannung holt. 

 

Ich möchte Euch gern die typischen Anzeichen von Entspannung beschreiben und Euch so auch in diesem körperlichen Bereich der Phänomene zu mehr Gelassenheit und Humor einladen:

 

1. Dein Atem wird ruhiger und tiefer.  

 

Indem Du zur Ruhe kommst, darf auch Dein Zwerchfell als Dein größter Atemmuskel sich entspannen. Dabei fließt Dein natürlicher Atemstrom immer leichter und tiefer in Deinen Körper und erreicht nach und nach Deinen Bauch. Du kannst dies an Deiner Bauchdecke wahrnehmen, die sich entspannt hebt und senkt. Auch Deine Atemfrequenz sinkt - ganz automatisch, indem Du länger und tiefer ein- und wieder ausatmest.

 

2. Du bemerkst ein Gefühl der Schwere in Deinen Armen, Beinen oder auch in Deinem gesamten Körper.

 

Dies ist ein eindeutiges Zeichen dafür, dass Deine Muskeln beginnen loszulassen. Sie entspannen und lassen sich sinken, werden lockerer und weicher. Du fühlst Dich gelöster und empfindest diese Muskelentspannung häufig als Schwere in den Gliedern. Manchmal spürst Du auch ein Gefühl der Leichtigkeit, je nach Tiefe Deiner Muskelentspannung. Dieses Gefühl zeigt sich oft am Morgen, wenn Du gut und tief geschlafen hast und es Dir noch schwer fällt (im wahrsten Sinne des Wortes) aufzustehen.

 

3. Dein Kopf fühlt sich auf einmal ganz leicht an.

 

Vielleicht bemerkst Du es gar nicht und ganz plötzlich sind sie weg - Deine Gedanken, die sich bis eben noch fleißig in Deinem Kopf bewegten. In diesem Fall hat Dein Bedürfnis nach Ruhe und Entspannung das Ruder übernommen und auch Deinen Kopf dazu gebracht, den Tag und alles, was Dich noch bis eben beschäftigte, loszulassen. Denn auch Dein Geist braucht Ruhe und Gelöstheit, um am nächsten Tag wieder gut für Dich arbeiten zu können. Bis dahin wird er alles Erlebte und Aufgenommene versuchen abzuarbeiten, in Kategorien abzulegen und für Dich zu ordnen. Das Wichtige von Unwichtigem trennen und so Deine Kapazitäten wieder erhöhen. Wenn Du die Leichtigkeit im Kopf bewusst wahrnimmst (z.B. in Entspannungsverfahren), versuche sie zu genießen! Es ist ein wunderbares und ganz angenehmes Gefühl. 

 

4. Dein Bauch gibt Geräusche von sich.

 

Auf einmal gluckst und blubbert es in Deinem Bauch? Gut so! Dann ist auch Deine Verdauung im Entspannungsmodus angekommen. Damit unser Magen und Darm gut für uns arbeiten kann, brauchen wir eine ruhige, angenehme und förderliche Umgebung. Unsere Nahrung wird mit viel Zeit für uns aufgespalten, verdaut, alle notwendigen Elemente werden dem Körper zugeführt und alles Unwichtige oder Belastende ausgeschieden. An diesen Prozessen sind viele Meter Darm und andere Organe beteiligt. Sie alle arbeiten am Besten und Effektivsten, wenn wir uns für das Essen und die anschließende Verdauung Zeit und Ruhe gönnen. Wenn also Dein Bauch sich laut meldet, freue Dich! Er fühlt sich wohl und beginnt mit der Verwertung Deines Essens. Auch die Bauchmuskeln entspannen sich und machen es Deinen Bauchorganen einfacher, sich zu bewegen und ihre Arbeit zu verrichten.

 

5. Du zuckst mit einem Arm oder Bein oder auch Deinem ganzen Körper.

 

Du bist gerade so richtig angekommen in Deiner Entspannung und auf einmal fühlt es sich an, als würde Dein Arm mit aller Kraft zucken? Sich vielleicht sogar wegbewegen von der Matte oder Deinem Bett? Auch Dein Bein oder manchmal Dein gesamter Körper können sich so noch einmal melden, bevor sie sich dann in die Schwere und tiefe Ruhe begeben. Mit diesem Zucken lässt Dein Körper noch einmal eine ordentliche Portion Spannung heraus, damit Du Dich danach noch besser entspannen und erholen kannst. Häufig sitzen diese Anspannungen noch in der Muskulatur oder den Gelenken. Diese machen sich dann Luft und werfen die unnötigen Spannungen aus dem System.  Auch dieses Phänomen ist nur in Deinem Sinne - damit Du Dich besser erholen und schlafen kannst und die unnötigen Spannungen nicht mitnimmst in die Nacht.

 

6. Du atmest so entspannt, dass Du ein Schnarchgeräusch von Dir gibst und darüber wieder kurz aufwachst.

 

Huch? Bist Du wirklich schon eingeschlafen? Eigentlich doch nicht, oder? Und trotzdem bist Du gerade aufgeschreckt, weil Du (warst das wirklich Du?) auf einmal ganz laut geschnarcht hast. Während Dein Körper sich immer mehr in die Entspannung sinken lässt, lassen auch die Muskeln in Deinem Gaumen und Kieferbereich los. Dazu gehört auch das Gaumensegel. Wenn also auch hier das Festhalten aufhört und das Loslassen eintritt, kann es durchaus passieren, dass sich dies mit einem lauten Schnarcher bemerkbar macht. 

 

7. Deine Mundschleimhaut fühlt sich angenehm feucht an. 

 

Während Du entspannst, bereitet Dein Körper sich u.a. auf die Verdauung vor. Dazu gehört auch, dass Dein Speichelfluss zunimmt und Du vielleicht mehr schlucken musst als gewöhnlich. Auch dies ist ein Zeichen für Deine zunehmende Gelöstheit und Ruhe. 

 

8. Du siehst Bilder vor Deinem inneren Auge.

 

Je tiefer Du entspannst, desto eher können innere Bilder auftauchen. Manchmal sind es Gesichter, manchmal Situationen oder Gegenstände, die sich zeigen. Dein Gehirn arbeitet nun an der Sortierung Deiner Erlebnisse. Dies fühlt sich manchmal an wie Träumen mit dem Unterschied, dass Du noch ansprechbar bist. In dieser Phase können sich die inneren Bilder auch wiederholen. 

 

9. Deine Augen beginnen zu tränen.

 

Wenn Dein Körper von Anspannung auf Entspannung umschaltet, aktiviert der Parasympathikus (der Anteil unseres vegetativen Nervensystems, der für Ruhe und Entspannung zuständig ist) auch unseren Tränenfluss. Wenn Du tagsüber viel am Bildschirm arbeitest, können sich Deine Augen trocken anfühlen oder gerötet zeigen. Dann ist es umso wichtiger, auch ihnen eine Entspannungspause zu gönnen, um so die Tränenfilmproduktion zu steigern und Deine Augen mit Nährstoffen zu versorgen. Wie Du dies auch einfach im Alltag einbaust, kannst Du in meinen Tipps "Tägliche Wellness für Deine Augen" und "Augen zu!" nachlesen. 

 

10. Du gähnst einige Male nacheinander. 

 

Natürlich gähnst Du, wenn Du müde bist. Ein deutliches Zeichen, den Tag langsam zu Ende zu bringen und in die Ruhe der Nacht abzutauchen. Das Gähnen entspannt aber auch Deine Muskulatur. Es weitet Deinen Atemraum und lässt noch einmal eine gute Portion Anspannung aus Deinem Körper gehen.  Ich beobachte dieses Zeichen für Entspannung häufig in meinen Craniobehandlungen. Danach gähnt mein Gegenüber oft mehrere Male ganz tief und kann dies auch nicht unterdrücken (und soll es auch nicht!). Wenn Ihr also gähnen müsst, tut dies gern ausgiebig und mit Inbrunst! Es löst weitere Anspannungen aus Eurem System und der Weg in die Entspannung und Ruhe wird so noch einfacher. 

10 Entspannungszeichen im Körper. Wie erkenne ich Entspannung? Was passiert, wenn mein Körper sich entspannt?

Habt Ihr das eine oder andere Zeichen wieder erkannt?

 

Natürlich ist diese Liste nicht komplett, denn neben den typischen Entspannungszeichen gibt es auch immer ganz individuelle. 


Welches fällt Dir ein? Woran erkennst Du, dass Du beginnst loszulassen und innerlich ruhiger zu werden? 

Was hilft Dir dabei, in Deine Entspannung zu kommen und Dich so erholen zu können?

 

Teilt doch gern Eure Anregungen und Tipps mit den anderen Lesern - so wird unsere Entspannungsliste immer reicher befüllt. DANKE!

 

 

Ich wünsche Euch viele ruhige Mußestunden, in denen es auch gern das eine oder andere Mal laut im Bauch zugehen darf ;-) 

 

Alles Liebe,

 

Norma



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